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Als kritische Zeugnisse postmoderner Rekombinationspraktiken, stellen uns die Designobjekte von ONCRETE vor die Grenzen der Erfahrbarkeit. Die täuschend echten Simulationen tierischer Trophäen zeugen von blutiger Aneignung der Natur durch die gewaltvolle Jagd. Ein Zurschaustellen des Umgangs vom Menschen mit dem Tier bevor die Domestizierung und später die pure Massenproduktion als effizientere Mittel Einsatz fanden. Praktiken also, die im Heute scheinbar keinen Platz mehr finden, weil sie der urbane Mensch nicht mehr vor Augen geführt bekommt.

Eine kulturelle Irritation auf Formebene findet statt. Jedoch so richtig wird unsere Wahrnehmung erst in der Gesamtheit des Objekts ausgespielt. Denn was hier eigentlich formt ist der Kontext in den die Anti-Trophäe eingebettet ist – das Material. Beton, dieses feingranulierte Gesteinsmaterial als Werkstoff eines Reproduktionsparadigmas galt einst als Material ohne Eigenschaft, als Bruch mit den Traditionen, als Zeichen einer Ära der grauen Anonymität. Eigentlich nicht der Stoff, den wir dekorativ zur Schau stellen, keine Trophäe, sondern lebloses Mittel zum Zweck.

Die ambivalente Kombinatorik aus reproduktionsfähigem Betonguss und eigentlich unikaler Tiertrophäe erschliesst sich dem Rezipienten als eine Art Kontextverschiebung von industrieller Massenproduktion zu vorzeitlicher Jagdpraxis. Die Verschmelzung epochaler Phänomene wirft einen unaufhörlichen Motor der Wahrnehmungsüberschreitung in Gang und lässt den Betrachter vor der Stille des Objekts rotieren. Jeder Augenblick und jede Berührung scheinen Täuschung und die Erfahrungen mit dem Werk verschaffen keinen höheren Grad der Sättigung. Die Gewohnheit als eigentlicher Effekt der visuellen Konsumation bleibt aus – zeitlose Betrachtung setzt ein.

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